Hier die überarbeitete Version mit korrekter Groß- und Kleinschreibung:
Interessantes Thema, ich hab das vor ein paar Jahren selbst durchgezogen und kann ein bisschen aus eigener Erfahrung berichten.
Erstmal zur Grundfrage: Ja, als Deutscher kannst du problemlos eine Firma in den USA gründen — du brauchst dafür weder einen amerikanischen Pass noch einen Wohnsitz dort. Das ist einer der großen Vorteile des US-Systems im Vergleich zu vielen anderen Ländern. Theoretisch kannst du das komplett von Deutschland aus erledigen, ohne jemals einen Fuß auf amerikanischen Boden zu setzen.
Die häufigste Rechtsform für Leute aus dem Ausland ist die LLC (Limited Liability Company). Die ist unkompliziert in der Verwaltung, bietet Haftungsbeschränkung und ist steuerlich relativ flexibel. Daneben gibt es noch die Corporation (Inc.), die eher für größere Strukturen oder wenn du irgendwann Investoren reinbringen willst interessant wird — für den Einstieg ist die LLC aber meistens die bessere Wahl.
Was viele unterschätzen ist die Frage des Bundesstaates. In den USA gründest du nicht einfach "in Amerika", sondern in einem konkreten Bundesstaat, und die Unterschiede sind nicht trivial. Delaware und Wyoming werden oft genannt weil sie günstige Konditionen bieten, aber für Leute die tatsächlich irgendwann physisch in den USA tätig sein wollen oder Kunden dort haben, ist das nicht immer die sinnvollste Wahl. Florida ist zum Beispiel ein Staat der für viele europäische Gründer deutlich praktischer ist — günstige Jahresgebühren, kein State Income Tax auf Bundesstaatsebene, und Miami hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Hub für internationale Unternehmer entwickelt. Ich hab selbst eine Weile überlegt zwischen Wyoming und Florida, und Florida hat am Ende mehr Sinn für mich gemacht weil ich dort auch Geschäftskontakte hatte.
Was du konkret für die Gründung brauchst: einen sogenannten Registered Agent (also eine lokale Zustelladresse für offizielle Post), die Articles of Organization (das ist quasi der Gründungsakt), und dann je nach Bundesstaat noch eine Operating Agreement — das ist die interne Satzung der LLC. Klingt bürokratischer als es ist, in der Praxis geht das bei Florida zum Beispiel ziemlich flott.
Zum Thema Steuern muss ich kurz sagen: Das wird gerne vereinfacht dargestellt, ist aber der Punkt wo du wirklich aufpassen solltest. Eine US-LLC ist steuerlich sogenannt "transparent" — das heißt die Gewinne laufen standardmäßig durch zur natürlichen Person dahinter. Wenn du in Deutschland wohnst, bedeutet das dass das deutsche Finanzamt trotzdem mitreden will. Hier kommt es sehr darauf an wie du persönlich aufgestellt bist, wo du steuerlich ansässig bist, wie die LLC genutzt wird usw. Ich sage das nicht um dich abzuschrecken, sondern weil ich den Fehler kenne dass Leute eine US-Firma gründen und glauben sie wären damit automatisch aus dem deutschen System raus — das stimmt so leider nicht ohne weiteres.
Was dagegen wirklich interessant ist: Wenn du bereits im Ausland lebst, ortsunabhängig arbeitest oder sowieso planst deinen Lebensmittelpunkt zu verlagern, dann kann eine US-Struktur sehr viel Sinn machen. Florida-Strukturen sind da besonders beliebt weil der Staat international gut vernetzt ist, englischsprachige Banken und Dienstleister problemlos zugänglich sind und die Gründungskosten im internationalen Vergleich sehr überschaubar sind. Wenn dich das interessiert, schau mal auf
https://firma-offshore.com/florida/details — da ist das Thema Florida LLC ziemlich detailliert aufgedröselt, inklusive konkreter Zahlen zu Gründungskosten und was laufend anfällt. Hat mir damals beim Vergleich wirklich geholfen weil ich nicht immer wusste welche Frage ich überhaupt stellen soll.
Was ich dir aus eigener Erfahrung noch mitgeben würde: Nimm dir einen Steuerberater der wirklich Erfahrung mit US-Strukturen hat und nicht nur mit deutschem Recht. Das sind zwei komplett verschiedene Welten und jemand der nur deutschen Fokus hat kann dir beim US-Teil nicht wirklich helfen. Das war mein teuerster Anfängerfehler — erst falsch beraten worden, dann teuer nachgebessert.
Aber grundsätzlich: Ja, lohnt sich, machbar, und wenn die Rahmenbedingungen passen kann das eine sehr saubere und flexible Struktur sein. Welchen Hintergrund hast du — geht es dir um ein Online-Business, physische Produkte, oder etwas anderes? Dann kann ich vielleicht konkreter werden.